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Was dir mein Herz noch sagen wollte

Der zurückgelassene Hund (Leseprobe)

Wie könnte ich dir böse sein, geliebter Freund?

Du warst immer gut zu mir, hast alles getan, damit ich mich bei dir wohlfühle. Fast ein Jahr lang hast du Geld gespart und auf jeden Luxus verzichtet, um mich bei einem Züchter kaufen zu können und nicht in einem der schrecklichen Hundesupermärkte. Du wolltest es besser als deine Eltern machen und hast mir all die Liebe geschenkt, die du selbst nie bekommen hast. Dafür habe ich unvergesslich schöne Momente in deinen Alltag gezaubert.

Wie könnte ich dir böse sein, geliebter Freund?

Die Nächte haben wir aneinander gekuschelt in deinem Bett geschlafen – wie in einer Familie, in der man sich geborgen und geliebt fühlt. Ich habe deine Nähe sehr genossen, den Körperkontakt, deine lieben Worte, deine zärtlichen Streicheleinheiten, während wir einfach nur dalagen und glücklich waren, unsere Streifzüge in der Natur bei Regen oder Sonnenschein – einfach jede Sekunde mit dir. Du warst mein Leben.

Wie könnte ich dir böse sein, geliebter Freund?

Früh morgens liefen wir gemeinsam durch die Straßen und spielten im Licht der Straßenlaternen Ball, damit ich anschließend  gut schlafen konnte, während du Geld verdienen musstest. Ich habe mich nie als Belastung gefühlt, habe jeden Funken deiner Liebe aufgesaugt. Sie hat mich beflügelt, mehr brauchte ich nicht zum Leben. Und ich habe sie dir tausendfach zurückgegeben.

Wie könnte ich dir böse sein, geliebter Freund?

Sicher würdest du irgendwann einmal ein guter Papa sein, denn du hattest so viel Spaß, wenn wir miteinander spielten. Das Glück in deinen Augen, wenn wir über die Felder liefen, war das Größte für mich. Wie ein kleiner Junge strahltest du über das ganze Gesicht. All die Freude, die du als Kind hättest erfahren sollen, holten wir gemeinsam nach. Abends saßen wir zusammen vor dem Fernseher auf der Couch. Dann konnte ich die Einsamkeit in deinem Herzen spüren und deine tiefe Unsicherheit fremden Menschen gegenüber.

Wie könnte ich dir böse sein, geliebter Freund?

Wie hättest du wissen sollen, was richtig oder falsch war? Niemand hatte es dir jemals erklärt. Dein mangelndes Selbstwertgefühl machte es dir schwer, in der Gesellschaft zu bestehen. Deine Mitmenschen und Arbeitskollegen waren nicht immer gut zu dir, doch ich liebte dich bedingungslos. Manchmal warst du traurig, und Tränen liefen über dein Gesicht. Ich leckte sie ab und flüsterte dir voller Zuversicht ins Ohr: „Alles wird gut“.

Wie könnte ich dir böse sein, geliebter Freund?

Als du in der Hundeschule das Frauchen von Daisy kennenlerntest, wusste ich vom ersten Augenblick an, dass sie wie du war: einsam, bedürftig und auf der Suche nach etwas Geborgenheit in ihrem Leben. Ihr wart wie zwei Magnete, die es zueinander hin zog. Ich freute mich für dich, doch in mir wuchs die Erkenntnis, dass es dir nun wichtiger war, ihr zu gefallen, als meine Wünsche wahrzunehmen.

Wie könnte ich dir böse sein, geliebter Freund?

Das verletzte Kind in ihr hatte große Angst, deine Liebe mit mir teilen zu müssen. Unser Zusammenleben wurde von ihrer Eifersucht überschattet, von den Wunden aus der Kindheit, die noch lange nicht verheilt waren. Ich war ihr Spiegel, in den sie nicht schauen wollte. Ich fühlte, dass ich zwischen euch stand, und es machte mir Angst. Daisy wurde immer unsicherer und begann, mich zu attackieren. Als ihr Frauchen dir sagte, sie hätte jemanden gefunden, der mich bei sich aufnehmen würde, hattest du keine andere Wahl: „Okay, das ist bestimmt besser für ihn“.

Doch wie könnte ich dir böse sein, geliebter Freund?

Ich weiß, dass du diese Entscheidung eines Tages bereuen wirst. Irgendwann wenn du stark genug sein wirst, dein Leben zu reflektieren. Wenn du ein Stück weit gewachsen bist und allein auf deiner Couch sitzend an mich denkst. In einigen Jahren, wenn du die Fragen deiner Kinder beantworten musst. Wenn du in Tränen ausbrichst, weil sie dich um einen Hund bitten.
Ich liebe dich noch immer unendlich und freue mich, dein Leben bereichert zu haben. Wenn du eines Tages aus tiefsten Herzen sagen kannst: > Es tut mir leid, aber ich war wie gelähmt. Ich werde meine Kinder zu liebenden, mitfühlenden Menschen erziehen, die niemals in ihrem Leben einen Hund zurücklassen werden<, habe ich meine Aufgabe erfüllt. Und ich werde dir niemals böse sein, mein über alles geliebter Freund.


Geliebter Freund, wenn Du hier angekommen bis und die Tränen stehen die in deinen Augen, oder rollen über deine Wangen, dann hast du mich wahrscheinlich verstanden.

Bitte leite dann diese Geschichte weiter an andere Menschen, die genauso fühlen wie du, oder die noch einen ähnlichen Weg vor sich haben.
Lieber Hundefreund, du kannst das Buch empfehlen, oder erstmal nur diese vorangegangene Leseprobe weiterleiten.


https://www.meinhundaktiv.de/Hundebotschaften

Vielen herzlichen Hundedank